• Axsana und Abilis wollen fürs EPD fusionieren

    Axsana und Abilis wollen fürs EPD fusionieren

    Die beiden EPD-Anbieter Abilis und Axsana haben eine Partnerschaft vereinbart. Mittelfristig wollen die beiden Stammgemeinschaften fusionieren. Der Grund: Die Umsetzung des EPD ist aufwändiger und langwieriger als gedacht. (Source: santiago silver / AdobeStock.com)

    Die beiden Stammgemeinschaften Abilis und Axsana arbeiten künftig zusammen. Ziel sei es, technische Systeme und Organisationsstrukturen für die Bereitstellung des elektronischen Patientendossiers gemeinsam zu entwickeln, heisst es in einer Mitteilung.

    Axsana soll die Verbindung zu Krankenhäusern und anderen Leistungserbringern herstellen. Und die Abilis, die derzeit eine Stammgemeinschaft für Apotheker aufbaut, soll über die Apotheken einen Zugang zu Patienten ermöglichen. Die Zusammenarbeit soll die Einbindung aller relevanten Berufsgruppen und der Bevölkerung vereinfachen und auf diese Weise zur Verbreitung des elektronischen Patientendossiers beitragen.

    Seit dem 15. April 2020 ist in der Schweiz das elektronische Patientendossier verfügbar – zumindest theoretisch. Praktisch zögert sich die Einführung immer wieder hinaus. Grund ist die Zertifizierung der Stammgemeinschaften, sagt Adrian Schmid, Leiter eHealth Suisse, im Interview.

    Laut Axsana und Abilis liegt die Verzögerung der Zertifizierung an den hohen gesetzlichen Auflagen in puncto Datensicherheit und Datenschutz. Aber auch die technische und organisatorische Umsetzung der Vorgaben sei deutlich aufwändiger als ursprünglich vorgesehen, heisst es in der Mitteilung. Zudem müsse die einfache Anwendung des EPD durch Leistungserbringer und Patienten noch überprüft werden.

    Aus diesen Gründen hätten die beiden Anbieter beschlossen, ihre Aktivitäten im Bereich des EPD zusammenzulegen. In einem ersten Schritt suche man nun nach Synergien. Mittelfristig bestehe allerdings das Ziel, die beiden Stammgemeinschaften vollständig zu fusionieren.

    Das ist ein Zitat der Seite von www.netzwoche.ch

  • CARU die sprachgesteuerte Notruflösung für Heime und Privatpersonen

    Seit dem Frühling 2019 gibt es CARU, den «digitalen Mitbewohner» für ältere Menschen, der nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch die Freiheit gibt, mit der Familie zu sprechen, Anrufe und Nachrichten zu empfangen und im Notfall Hilfe anzufordern. Wir habe Nico Dudli, Verkaufsleiter der Firma Caru AG getroffen.

    StarkPartner (SP): Herr Dudli, was ist eigentlich CARU?

    Nico Dudli (ND): CARU ist ein sprachgesteuerter Notruf, der schick aussieht und es einem erlaubt, Sprachnachrichten zu versenden.

    SP: Was unterscheidet CARU von anderen Notrufanlagen?

    ND: CARU wird nicht am Körper getragen, sondern steht in seiner Eleganz an einem frei wählbaren Ort. Der Hilferuf von CARU wird über den Sprachbefehl «Hilfe – Hilfe!» aktiviert. Mit CARU kann man somit in jeder Situation und von überall in den eigenen vier Wänden Hilfe angefordern. Unabhängig von einem Armband oder Amulett. Nach der Aktivierung baut CARU per Lautsprecher eine Telefonverbindung zu einer Vertrauensperson auf.

    SP: Wozu braucht es dann den ebenfalls angebotenen Notrufknopf?

    ND: Mit dem Notrufknopf in Form einer Armbanduhr kann der Notruf im Umreis von 300 m um CARU auch per Knopfdruck ausgelöst werden. Dies ist zum Beispiel nützlich, wenn man sich im Garten oder Keller aufhält.

    SP: Kann CARU auch von älteren Menschen bedient werden?

    ND: Natürlich! Die Bedienung von CARU ist bewusst sehr einfach gehalten. Sie erfolgt im Notfall über den Sprachbefehl «Hilfe – Hilfe!». Will man der Familie eine Sprachnachricht schicken, sagt man einfach «Hallo CARU!». Danach erklärt CARU, was es tut oder was man machen soll. Zusätzlich werden alle Aktivitäten mit Farbsignalen unterstützt, um auch Nutzer mit einer Hörbeeinträchtigung optimal zu unterstützen.

    SP: Wird CARU im Alltag von älteren Menschen akzeptiert?

    ND: CARU wird von seinen Nutzern sehr geschätzt, weil sie das eigene Alter vergessen. CARU fällt nicht auf und muss nicht herumgetragen werden. Zudem ist die Bedienung für die allermeisten Leuten nach einer kurzen Einführungsphase sehr einfach. Das beweist unsere älteste CARU-Nutzerin – sie ist über 100 Jahre alt.

    SP: Wie unterstützt der Hersteller die Nutzerinnen und Nutzer?

    ND: Uns ist es sehr wichtig, nahe bei den Nutzern zu sein. Deshalb bietet das Unternehmen auch nach dem Kauf eine individuelle Unterstützung per Telefon an.

    SP: Ist bei CARU der Datenschutz gewährleistet?

    ND: Uns liegt der Schutz der Privatsphäre sehr am Herzen. Deshalb sind im Gerät bewusst keine Kameras oder Bewegungsmelder eingebaut. Unsere Spracherkennung beschränkt sich auf einzelne Schlüsselwörter. Aufnahme und Verarbeitung von langen Sprachsequenzen sind deshalb nicht nötig. Alle Daten werden nach dem neuesten Stand der Technik verarbeitet, verschlüsselt und gespeichert. Natürlich wird die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU sowie das Schweizer Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG) befolgt.

    SP: Wie sind Sie bzw. die Caru AG auf diese Lösung gestossen?

    ND: Das Bedürfnis nach Nähe und Sicherheit steigt mit dem Alter. Für viele ältere Menschen kommt ein Notrufknopf nicht infrage. Viele empfinden ihn als stigmatisierend. Zudem wird er aus Gewohnheit meist nach beim Duschen ausgezogen und danach vergessen, wieder anzuziehen. Dank CARU ist es Seniorinnen und Senioren möglich, über Sprachnachrichten zu kommunizieren und im Notfall um Hilfe zu rufen. Dazu müssen sie nichts am Körper tragen, sondern platzieren das schlicht gestalteten CARU einfach dort, wo sie sich zuhause normalerweise aufhalten.

    SP: Können Sie ein Beispiel nennen?

    ND: Meine Grossmutter und ich haben seit je ein inniges Verhältnis. Sie war schon immer eine echte Stütze, Ratgeberin und wahre Freundin für mich. Bei ihr konnte ich mich in Sicherheit wiegen und Kraft tanken. Dennoch hat es mich vom Land in die Stadt nach Zürich gezogen. Es ist nicht immer einfach, mit meinem Grosi weiterhin in intensivem Kontakt zu sein. Die Technik rennt uns ja auch in der Telekommunikation förmlich davon. Da komme auch ich selbst nicht mehr mit, und ich bin doch erst 25 Jahre jung. Doch mit dem digitalen Mitbewohner CARU haben wir nun die optimale Lösung für unsere Familiensituation gefunden: Jetzt kann ich mit meinem Grosi im Alltag wie auch im Notfall in Verbindung bleiben, und zwar durch das Einfachste, was es gibt: die Sprache.

    SP: Wieviel kosten den CARU bzw. der Notrufknopf?

    ND: CARU kostet einmalig CHF 380 oder in der Mietvariante CHF 20.00 pro Monat. Die stetige Datenverbindung berechnen wir mit monatlich CHF 29.00. Optional kann man den Family Chat für CHF 12.00 pro Monat hinzufügen. Dieser kann ausserdem 3 Monat gratis getestet werden. Ebenfalls kann auf Wunsch ein mit CARU verknüpfter Notfallknopf für CHF 150.00 bestellt werden.

    WuP: Danke, Herr Dudli, für dieses Gespräch!

    Mehr Informationen über CARU und eine Bestellmöglichkeit finden Sie hier

  • Anbieter von Patientendossier braucht noch mehr Steuergeld

    Anbieter von Patientendossier braucht noch mehr Steuergeld

    Problemfall Axsana

    Acht Kantone, darunter Zürich, Basel und Bern, sollen der Axsana des früheren Zürcher Gesundheitsdirektors Heiniger neues Geld einschiessen. Doch die zeigen wenig Bereitschaft, zumal das System immer noch nicht funktioniert.

    Mit dem elektronischen Patientendossier sollen Spitäler – hier die Notaufnahme des Inselspitals Bern, einfacher auf Dokumente zugreifen können.

    Eigentlich müsste das elektronische Patientendossier (EPD) bereits seit dem 15. April dieses Jahres laufen. So steht es im Gesetz. Und die Politiker hatten eine genaue Vorstellung davon, was damit gemacht werden sollte: Die Patienten sollten alle ihre Gesundheitsdaten an einem Ort haben, und ihre Ärzte sollten rasch und einfach finden, was sie brauchen – so, wie es in Dänemark schon lange funktioniert. Fünf Monate nach dem Termin gibt es hierzulande diese Systeme aber immer noch nicht. Und Besserung ist nicht in Sicht. Der offizielle Grund ist, dass die Zertifizierung der Systeme nicht vom Fleck kommt.

    Die Firma gehört zu 50 Prozent einem Trägerverein aus Spitalverbänden und Ärztegesellschaften. Die andere Hälfte der Anteile gehört den Kantonen Zürich, Bern, Basel-Stadt, Luzern, Nidwalden, Schwyz, Zug und Uri. Im Sommer verschickte die Axsana den ihr angeschlossenen Spitälern Rechnungen, doch diese weigerten sich zu zahlen und bekamen am Schluss recht.

    Fünf Millionen gesucht

    Jetzt braucht aber Axsana unbedingt rund 5 Millionen Franken. Die Firma ist deshalb an die acht Kantone gelangt mit der Bitte, ein Darlehen über 1,875 Millionen Franken zu sprechen. Von der Swisscom, welche die Informatiklösung erarbeitet hat, möchte Axsana die Stundung von 3 Millionen Franken. Das geht aus einer Antwort des Berner Gesundheitsdirektors Pierre-Alain Schnegg auf eine Frage von Grossrat Michael Köpfli (GLP) hervor. Die Anschubfinanzierung werde nicht reichen, schreibt Schnegg. Und der Geschäftsplan der Axsana greife nicht mehr.

    «Die Gewährung eines Darlehens durch den Kanton Bern ist nicht geplant.»

    Am Dienstag findet die Sitzung statt, an der über das Darlehen entschieden wird. Einfach dürfte es für Axsana nicht werden. Denn in der gleichen Antwort schreibt Gesundheitsdirektor Schnegg, dass «die Gewährung eines Darlehens durch den Kanton Bern nicht geplant ist.»

    Die Zurückhaltung von Bern könnte Folgen haben. So lässt die Zürcher Gesundheitsdirektion ausrichten, von Zürich gebe es nur Geld, wenn sich die anderen Kantone und auch der Trägerverein aus Spitalverbänden daran beteilige. Zudem müsse ein «Zeitplan für die Finanzierungs- und Rückzahlungsschritte sowie ein verbindlicher Zeitraum im Frühling 2021 für die Einführung des EPD vorliegen. Zürich fordert zudem, dass «eine substanzielle Änderung des Governance-Settings in Angriff» genommen wird. Was das konkret bedeutet, wollte Sprecher Marcel Odermatt nicht darlegen.

    Auch die Gesundheitsdirektionen von Schwyz und Nidwalden, Basel, Zug, Luzern und Uri sind zurückhaltend und nicht scharf darauf, dem Problemunternehmen noch mehr Geld zu geben. Der Trägerverein wird sich erst am Donnerstag beraten, ob und wie er der Axsana Geld zukommen lässt.

    Wie schlimm es um die Finanzen der Axsana steht, lässt sich nur erahnen. Die Firma bestätigt Gespräche mit den Kantonen, dem Trägerverein und dem Bund. Obwohl die Firma weitgehend von Steuergeldern lebt, legt sie ihre Buchhaltung auf wiederholte Anfrage nicht offen, selbst der Jahresbericht 2019 enthält keine ordentliche Abrechnung. Dass sie Darlehen in Millionenhöhe benötigt, zeigt, dass sie Liquiditätsprobleme haben könnte. Gegenüber den ihr angeschlossenen Spitälern liess Axsana Ende August verlauten, dass man mit einem «eingeschränkten Pilotbetrieb» starten wolle, und zwar «frühestens ab Mitte November 2020».

    Nur ein Viertel plant die Integration in die Kliniksoftware

    Wie weit weg das elektronische Patientendossier von der ursprünglichen Grundidee entfernt ist, zeigt eine Liste der Gesundheitsdirektorenkonferenz von Ende April. Dort haben 257 Spitäler und Kliniken angegeben, ob und teilweise wie sie das EPD mit ihrem Klinikinformationssystem verknüpfen wollen. Nur dann würde das Patientendossier den vorgesehenen Nutzen bringen.

    Nur 68 Gesundheitsinstitutionen haben angegeben, diese Einbettung des Patientendossiers in ihre Kliniksoftware überhaupt anzustreben. Bei allen anderen wird es eine Webportal-Lösung geben, oder wie der Obwaldner Spitaldirektor Andreas Gattiker sagt, einen «PDF-Friedhof», sprich, es werden nur elektronische Kopien von Dokumenten abgelegt, was den Patienten wenig Nutzen bringen dürfte.

    Unter jenen Kliniken, die vorwärtsmachen, sind fast alle Spitäler im Kanton Graubünden. Die von ihnen gebildete Gemeinschaft hat aber einen anderen Ansatz als Axsana gewählt: Sie entwickelte mithilfe eines österreichischen Anbieters, der schon ein solches System entwickelt hat, eine Plattform zur Vernetzung der Leistungserbringer. Das Patientendossier ist dann daran angehängt. Das Bündner System ist im Gegensatz zu Axsana auch ganz ohne kantonale Beiträge entwickelt worden.

    Zitat der Seite von www.bernerzeitung.ch